4 als römische Zahl
Zahlwert
4 wird in römischen Zahlen als IV geschrieben. Die Zahl setzt sich aus 1 Bestandteilen zusammen, darunter mit IV eine Subtraktionsschreibweise.[1]
Umrechnen
1 bis 3999 klassisch, darüber mit Vinculum bis 3.999.999.
Schreibweise
Römische Zahlen werden von links nach rechts gelesen und in der Regel addiert. Steht ein kleineres Zeichen unmittelbar vor einem größeren, wird es abgezogen. Bei 4 betrifft das den Abschnitt IV.
Zerlegung
| Zeichen | Wert | Art |
|---|---|---|
| IV | 4 | Subtraktion (5 − 1) |
| IV | 4 | Summe |
Aussprache
Im Deutschen wird IV nach Bestandteilen gelesen, also als Folge der Zeichen. Die einstellige Zahl selbst spricht man wie gewohnt aus.
Subtraktionsregel
Für die Subtraktionsschreibweise gelten drei Einschränkungen, die verhindern, dass dieselbe Zahl mehrfach darstellbar ist.
V, L und D stehen nie vor einem größeren Zeichen. IL für 49 ist daher falsch, richtig ist XLIX.
Außerdem darf ein Zeichen nur von der nächsthöheren oder übernächsthöheren Stufe abgezogen werden, und dasselbe Zeichen steht höchstens dreimal hintereinander. Mehr dazu unter Regeln der römischen Zahlschrift.
Warum IV und nicht IIII
Die 4 ist die erste Zahl, bei der die Subtraktionsregel greift, und für viele die erste Hürde beim Lernen. Nach dem reinen Additionsprinzip müsste man vier Einer aneinanderreihen und IIII schreiben. Genau das haben die Römer über Jahrhunderte auch getan.
Die kürzere Form IV setzte sich erst spät durch, im Mittelalter. Sie spart Platz und ist auf einen Blick erfassbar: vier gleiche Striche muss man zählen, IV erkennt man als Ganzes. Heute gilt IV als die einzig richtige Schreibweise, IIII als überholt.
Weil bei der 4 nur ein einziges Zeichen abgezogen wird, ist sie das einfachste Beispiel für eine Regel, die später bei 9, 40, 90, 400 und 900 genauso funktioniert. Wer IV verstanden hat, hat alle sechs Subtraktionsfälle verstanden.
Die Ausnahme auf dem Ziffernblatt
Wer eine Turmuhr oder eine klassische Armbanduhr mit römischen Ziffern betrachtet, findet dort fast immer IIII statt IV. Das ist kein Fehler des Uhrmachers, sondern eine eigene Tradition.
Der Grund ist die Aufteilung des Ziffernblatts. Mit IIII besteht das erste Drittel der Zahlen allein aus dem Zeichen I, das zweite bringt das V dazu, das dritte das X. Dadurch wirkt das Blatt geordnet. Außerdem steht der 4 die 8 genau gegenüber, und IIII und VIII sind etwa gleich breit. Mit IV wäre die eine Seite deutlich schmaler als die andere.
Praktisch kam hinzu, dass Ziffern früher einzeln gegossen wurden. Mit der Schreibweise IIII braucht ein Ziffernblatt genau zwanzig I, vier V und vier X, also ein glattes Vielfaches. Ein Gussrahmen mit dieser Aufteilung ließ sich ohne Rest verarbeiten.
Die Uhrmacher-Schreibweise ist eine gestalterische Ausnahme, keine zulässige Zweitform der Zahl 4. Gefragt ist immer IV.
Wo die römische 4 vorkommt
Als Ordnungszahl trägt die 4 viele bekannte Namen: Heinrich IV, der 1077 nach Canossa ging, und Ludwig XIV, dessen Name dieselbe Ziffernfolge am Ende trägt. In der Gliederung von Texten steht IV für den vierten Hauptpunkt, in Büchern für das vierte Kapitel.
In Filmtiteln taucht sie auf, wenn der vierte Teil bewusst gewichtig wirken soll. Und auf Bauwerken markiert sie das vierte Geschoss oder den vierten Bauabschnitt.
Nachbarzahlen
3 ist III, 5 ist V. Der Übergang zeigt, wie stark schon eine einzige Stelle die Länge der Schreibweise verändert.
Siehe auch
Belege
- Ifrah, Georges: Universalgeschichte der Zahlen, Campus, Frankfurt am Main 1991, S. 187 folgende.
- Deutsches Institut für Normung: DIN 1421, Gliederung und Benummerung in Texten.