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Römische Zahlen.info

Regeln der römischen Zahlschrift

Grundlagen · zuletzt geprüft am 8. August 2026

Die römische Zahlschrift kommt mit sieben Zeichen und vier Regeln aus. Wer sie kennt, kann jede Zahl von 1 bis 3999 lesen und schreiben, ohne eine Tabelle zu brauchen.[1]

Zum Ausprobieren

Der Rechner meldet auch, wenn eine Schreibweise zwar lesbar, aber nicht normgerecht ist.

Die sieben Zeichen

Jedes Zeichen hat einen festen Wert, unabhängig davon, wo es steht. Das ist der entscheidende Unterschied zu unserem Stellenwertsystem, in dem die 2 in 20 etwas anderes bedeutet als die 2 in 200.

Die sieben Zeichen mit Wert und Herkunft
ZeichenWertHerkunft
I1Kerbe im Holz
V5offene Hand mit gespreiztem Daumen
X10zwei gekreuzte Hände
L50aus dem etruskischen Zeichen für Chi
C100lateinisch centum
D500halbiertes Phi
M1.000lateinisch mille

Additionsregel

Stehen die Zeichen der Größe nach absteigend, werden ihre Werte addiert. XVII ist also 10 plus 5 plus 1 plus 1, zusammen 17. Nach diesem Muster funktioniert der Großteil aller römischen Zahlen.

Subtraktionsregel

Steht ein kleineres Zeichen unmittelbar vor einem größeren, wird sein Wert abgezogen statt addiert. So entsteht IV für 4 und IX für 9. Ohne diese Regel müsste man 4 als IIII und 9 als VIIII schreiben, was länger und schlechter lesbar wäre.

Welche Zeichen abgezogen werden dürfen

Nur I, X und C

V, L und D stehen nie vor einem größeren Zeichen. Sie sind die Fünferstufen und werden immer addiert.

Deshalb ist VL für 45 falsch, richtig ist XLV. Und LD für 450 ist ebenfalls falsch, richtig ist CDL.

Wie weit abgezogen werden darf

Ein Zeichen darf nur von der nächsthöheren oder der übernächsthöheren Stufe abgezogen werden. I steht also nur vor V und X, X nur vor L und C, C nur vor D und M.

Das ist der Grund, warum IL für 49 falsch ist: zwischen I und L liegen mit V und X zwei Stufen zu viel. Richtig ist XLIX, zusammengesetzt aus XL für 40 und IX für 9.

Die sechs erlaubten Subtraktionsfälle
SchreibweiseWertRechnung
IV45 − 1
IX910 − 1
XL4050 − 10
XC90100 − 10
CD400500 − 100
CM9001.000 − 100

Mehr als diese sechs Fälle gibt es nicht. Wer sie kennt, kennt die Subtraktionsregel vollständig.

Wiederholungsgrenze

Dasselbe Zeichen steht höchstens dreimal hintereinander. Statt IIII schreibt man IV, statt XXXX schreibt man XL. Für V, L und D gilt zusätzlich, dass sie überhaupt nur einmal vorkommen: zwei Fünferstufen nebeneinander ergäben die nächsthöhere Zehnerstufe, für die es ein eigenes Zeichen gibt.

Aus diesen Regeln folgt, dass jede Zahl genau eine korrekte Schreibweise hat. Genau das prüft der Umrechner mit.

Warum es keine Null gibt

Die römische Zahlschrift braucht keine Null, weil sie kein Stellenwertsystem ist. Eine Null dient in unserem System als Platzhalter für eine leere Stelle, etwa in 205. Da römische Zeichen ihren Wert immer mitbringen, gibt es keine leere Stelle, die gefüllt werden müsste. 205 ist schlicht CCV.

Warum auf Uhren IIII steht

Fast jede Turmuhr und viele Armbanduhren mit römischem Ziffernblatt zeigen IIII statt IV. Das ist kein Fehler, sondern Absicht.

Der Grund ist optische Symmetrie. Mit IIII besteht der erste Drittel des Ziffernblatts allein aus dem Zeichen I, der zweite bringt das V dazu, der dritte das X. Außerdem gleicht IIII das gegenüberliegende VIII im Schriftbild aus. Beide stehen dann etwa gleich breit auf dem Blatt.

Für Klassenarbeiten gilt trotzdem IV

Die Uhrmacher-Schreibweise ist eine gestalterische Ausnahme, keine zulässige Zweitform der Zahl 4.

Zahlen über 3999

Mit den sieben Zeichen lässt sich höchstens MMMCMXCIX darstellen, also 3.999. Für größere Werte gab es den Vinculum, einen waagerechten Strich über dem Zeichen, der seinen Wert mit 1.000 multipliziert. Ein überstrichenes V steht dann für 5.000.

Im Alltag begegnet diese Schreibweise praktisch nie, und die meisten Schriftarten stellen sie nicht sauber dar. Deshalb endet der Umrechner bei 3.999.

Belege

  1. Ifrah, Georges: Universalgeschichte der Zahlen, Campus, Frankfurt am Main 1991, S. 187 folgende.
  2. Menninger, Karl: Zahlwort und Ziffer, Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1958, Band 2.
  3. Deutsches Institut für Normung: DIN 1421, Gliederung und Benummerung in Texten.